Inhalt:
Chronologisches
Entscheidungshilfen
Als ich meine Einweihungen in den ersten Grad Reiki erhielt machte ich mir über dieses Thema eigentlich relativ wenig Gedanken. Als danach aber meine damalige Reiki-Meisterin bei einem unserer Treffen verkündete, in Scheidung zu leben, dachte ich, dass das doch absolut nicht zusammenpasst.
Ich wechselte - nicht aus diesem Grunde - zu einer anderen Reiki-Meisterin, welche auch geschieden ist. Überhaupt lernte ich im Laufe meiner Aus- und Weiterbildung immer wieder Reiki-Meisterinnen kennen, die entweder schon geschieden waren oder mit dem Gedanken spielten, sich zu verändern.
Nun, was soll's, mir passiert so etwas sicher nicht, ich bin gefestigt, lebe eine solide Partnerschaft und Freundschaft und könnte mir nicht vorstellen, ähnliches zu tun - das war 1997, auch noch 1998. 1999 verwirklichte ich mich in beruflicher Hinsicht, begann einen neuen Abschnitt.
Im August 1999 lernte ich im Internet einen Mann kennen, mit dem mich viel verband, es wurde eine virtuelle Freundschaft mit interessantem - auch esoterischen - Gedankenaustausch. Wir schrieben viel und oft und Mitte November beschlossen wir, uns real zu treffen.
Die Chemie stimmte - wir waren uns auch real sympathisch und trafen uns wieder. Irgendwie war da mehr - eine Art Seelenverwandschaft / Seelenpartnerschaft. Wir verbrachten eine Nacht zusammen, dann noch eine - irgendwie hatte ich kein schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber, wie sagte der einmal zu meiner Freundin:
Betrügen heißt, jemanden etwas wegnehmen
Und irgendwie hatte ich die Gewissheit, ihm nichts wegzunehmen, wenn ich mit einem Anderen die Nacht verbringe. Und auch in sexueller Weise passte einfach alles, kurz gesagt, ich verliebte mich Hals über Kopf. Auch ER war verheiratet, SEINE Ehe bestand eigentlich nur mehr auf dem Papier.
Mitte Jänner 2000 - nach über 3 enthaltsamen Wochen - und einigen Krisen, die wir *via Internet und Handy* gemeinsam bewältigten - beschlossen wir, eine "Beziehung" einzugehen und uns regelmäßig zu treffen.
Ich konnte und wollte mich nicht einfach für IHN entscheiden und mit 41 mein ganzes bisheriges Leben in Frage stellen - außerdem sah ich in meinem Ehemann einen guten Freund und Partner, mit dem ich 15 Jahre verbracht hatte - ich verschwendete keinen Gedanken an Scheidung oder ähnliches.
Anfang Februar gab es dann eine entscheidende Krise. ER, immer bemüht es Jedem und Jeder Recht zu machen, stürzte mich in eine Nacht der Verzweiflung. Meine Freundin lies es zu, dass ich sie nächtens über eine Stunde am Handy anheulte und ich lies es zu, dass sie am nächsten Tag mit IHM lange telefonierte, nach diesem Gespräch kam es - vorerst für IHN - zu einer wesentliche Entscheidung
ER
entschied sich, immer für mich da zu sein,
ohne mich zu irgend etwas zu drängen.
Eine Woche später musste ich beruflich verreisen und es war klar, dass mein Ehemann mich - wie auch in den letzten Jahren - begleitet. Doch aus irgend einem Grund konnte er nicht, so fragte ich IHN, ob er mitfahren wolle - das Doppelzimmer war bereits reserviert.
ER nahm sich kurzfristig drei Tage Urlaub und wir trafen uns und verbrachten zwei Nächte mit intensiven Gesprächen. In der darauffolgenden Woche bekam ER zwar nicht Urlaub, kam aber jeden Tag mit dem Zug zu mir und blieb über Nacht.
Diese vier Nächte machten mir be-wusst,
dass
ich IHN liebe,
wie ich noch nie einen Menschen vorher geliebt habe
bedingungslos
dass ich bereit bin, für IHN alles aufzugeben,
mit IHN zu gehen, wohin immer ER will
Und ich sagte meinem Ehemann, dass ich einen anderen Mann kennen gelernt habe und mit diesem ein neues Leben anfangen will und werde.
Er war vorerst schockiert, konnte es absolut nicht glauben, war verzweifelt - außerdem passt es nicht zu einer Reiki-Meisterin - ups, das kannte ich doch irgend woher. Nach ca. 1 Woche akzeptierte er die Situation und fügte sich in das Unvermeidliche - ich war so sicher, wie noch nie in meinem Leben, das Richtige zu tun und auch mein Ehemann merkte es.
Zwischenzeitlich sind wir alle geschieden und ich lebe mit IHM in einer gemeinsamen Wohnung und wir verbringen jede frei Minute zusammen. Wir haben tatsächlich die selben Interessen, ergänzen uns in unseren Ideen und Taten.
Ich
konnte und wollte keine Entscheidung treffen, die irgend jemanden schadet.
Einerseits war ich 13 Jahre verheiratet, mein Mann behandelte mich gut und ich
hätte eigentlich zufrieden alt werden können.
Andererseits war da die Möglichkeit, mit einem interessanten Mann ein neues
Leben zu beginnen, mich auch mental und emotional zu ver-wirk-lichen, meine -
teilweise un-bewusst-en - Träume aus-zu-leben.
Unser erstes Treffen fand in einem Stundenhotel in Wien statt - unauffällig über Mittag - als ich hinkam wurde mir bewusst, dass mein Ehemann genau an diesem Tag nicht weit entfernt von unserem Treffpunkt an einer Besprechung teilnahm.
Ich sah es als Fügung des Schick-sals, ob gleich das erste Treffen auch das letzte wird. Wir hatten uns vorher nie geküsst und bei der ersten roten Ampel nahm ER mich einfach in die Arme und wir versanken in einem zärtlichen, leidenschaftlichen Kuss. Ich spürte die Schmetterlinge, welche in meinem Magen Samba tanzten.
Es ging gut, ich traf niemanden, den ich kannte und wagte den nächsten Schritt. Eine Woche später trafen wir uns mit mehreren Bekannten und es schmerzte, IHN nicht berühren zu können, IHM nicht ganz nahe sein zu dürfen. Ich wurde hellhörig ob meiner Gefühle, verdrängte sie aber sofort wieder.
Am Wochenende darauf verbrachten wir unsere ersten beide Nächte zusammen. Doch anstatt uns sexuell zu vergnügen, saßen wir stundenlang bei Käse, Brot und Rotwein und sprachen über unsere esoterischen Erfahrungen, unsere Hoffnungen und Träume.
Und es wechselte auch in nächster Zeit immer zwischen sexueller Übereinstimmung und gemeinsamen Interessen. Auch ohne noch den Entschluss gefasst zu haben, ein gemeinsames Leben zu beginnen, entwickelten sich Ideen von gemeinsamen Seminaren und ähnlichem.
Ich war mir noch immer nicht sicher, das Richtige zu tun. Einerseits spürte ich das Verlangen, IHM nahe zu sein, andererseits war da die Verantwortung, die ich mir, nach 15 Jahren des Zusammenlebens, einbildete zu haben.
Und ich probierte weiter, ließ mich auf den nächsten Schritt ein, wartete auf den Hammer, der mich zur Vernunft bringen würde - doch dieser Hammer kam einfach nicht, egal, wie weit ich mich mit IHM wagte, es ging mir blendend.
Irgendwie wartete ich darauf, dass entweder beruflich das Chaos ausbrechen würde, oder ich irgend ein anderes Zeichen bekäme, meine Beziehung zu IHM abzubrechen, meine Ehe zu retten und bis zum Ende meines Lebens verbittert und frustriert weiterzuleben.
Dieses Zeichen kam bis jetzt nicht, und es sind zwischenzeitlich schon etliche Monate ins Land gezogen. Und auch, als wir die Idee zu spinnen begannen, zusammenzuziehen, ergaben sich die entsprechenden Voraussetzungen zu-fällig.
Und mir fielen die Worte meiner ersten Reiki-Meisterin ein:
Ein/e
Reiki-MeisterIn wird immer so viel zum Leben haben,
wie sie/er braucht
Ich bin mir zwar nicht sicher, dass sie an diesen Ausspruch noch denkt, aber mich prägte er und seit ich es auch wirklich glauben kann, lebe ich ein einfaches, glückliches und erfülltes Leben. Und ich habe seit Monaten keine Zweifel daran, dass
Dinge geschehen, sobald die Zeit reif dafür ist
Diese Worte stammen von einem sehr guten Freund, der mich auf meinem Weg zur Selbst-Erkenntnis begleitet hat, der in langen Chats viel zu meinem Glück beigetragen hat, mir die Augen geöffnet hat über mein Empfinden IHM gegenüber und mir - indirekt - auch einige weniger lust-volle Stunden bereitet hat. Ich danke Erich, für alles, wozu er mich veranlasst hat.
Ich möchte *aus gegebenen Anlass -
14.1.2002* noch ein Thema ansprechen
*Du lebst nicht das, was du predigst,
denn du hast deinem Mann eine Scheidung angetan*
Ist es besser, jemanden zu hassen
und davon zu träumen, wie schön ein Leben ohne ihn wäre?
oder ist es besser - klare Fronten zu schaffen - eine gute Scheidung
durchzuziehen?
nichts zu fordern - außer dem persönlichen Habe - wegzuziehen um ihm seinen
Frieden zu lassen?
Die Antwort sollte sich jeder selbst suchen ;-)